Der Havelradweg vom Müritznationalpark über die Havelquelle bis Brandenburg
Mitten im Müritznationalpark entspringt die Havel nahe des kleinen Ortes Ankershagen. Hier darf sich die Natur noch nach ihren eigenen Regeln entwickeln. Wälder, Seen und Moore bilden eine atemberaubende Kulisse. In Waren an der Müritz, am Ufer des größten deutschen Sees, beginnen Sie Ihre Radtour durch die einzigartige Natur zur Havelquelle. Sie radeln auf gut ausgebauten Wegen mitten durch den Müritznationalpark nach Neustrelitz, die Residenzstadt der Mecklenburgischen Herzöge. Weiter folgen Sie der jungen Havel entlang ihrer Quellseen bis zum Großen Stechlin, diesem eigentümlichen, glasklaren Gewässer. Dichter Wald begleitet Sie schließlich in die Kleinseenplatte nach Rheinsberg. Hier haben Sie Anschluss an den Havelradweg und radeln weiter in Richtung Potsdam.
Der Havelradweg vom Müritznationalpark über die Havelquelle bis Brandenburg - Reiseablauf
1. Tag: Waren an der MüritzDie hier heimischen Slaven nannten die Müritz mit ihrer gewaltigen Wasserfläche einst „kleines Meer“. Umflossen vom „kleinen Meer“ liegt Waren auf einer Landzunge am Nordufer der Müritz. Ein idealer Ort, um sich auf das Natur-erlebnis der kommenden Tage einzustimmen. Sie besuchen das Müritzeum, ein Naturerlebniszentrum mit Ausstellungen und Deutschlands größtem Süßwasseraquarium. Bei einem abendlichen Bummel über die schöne Uferpromenade beschließen Sie den Tag.
2. Tag: Die Havelquelle! ca. 60 - 63 kmNach der Radübergabe und dem Infogespräch radeln Sie mitten hinein in den Nationalpark. Wald, Seen, Moor und – mit etwas Glück – in der Luft segelnde Adler begleiten Sie nach Ankershagen am Mühlensee. Hier verlebte Heinrich Schliemann, der Entdecker von Troja, seine unbeschwerte Kindheit. Ein Museum erinnert an den großen Sohn des Ortes. Nach zwei Kilometern erreichen Sie die Havelquelle und folgen der jungen Havel in den Müritz-Nationalpark nach Kratzeburg. Die Havel, bisher ein Bach, weitet sich hier zum Käbelicksee. Die weiteren Havelquellseen weisen Ihnen den Weg durch eine urtümliche Landschaft bis Neustrelitz, der Residenz der Herzöge von Mecklenburg. (Kann um 30 km durch 15-minütige Bahnfahrt verkürzt werden).
3. Tag: Die Seenkette ca. 56 kmSie radeln durch die Mecklenburgische Wald- und Seenlandschaft nach Wesenberg. Entlang des 3,5 Kilometer langen Ellenbogensees rollen Sie nach Großmenow. Großer Glietzensee und Dagorosee sind weitere glitzernde Stationen auf dem Weg nach Neuglobsow. Nach kurzer Fahrt erreichen Sie den Großen Stechlin. Das glasklare Wasser dieses Sees ist, mit einer Sichttiefe von 11 Metern, außergewöhnlich. Theodor Fontane war vom Stechlin derart beeindruckt, dass er seinen letzten Roman danach benannte. Noch ein kurzes Stück und Sie erreichen Ihr Tagesziel Rheinsberg. Kurt Tucholsky verewigte den malerisch in der Rheinsberger Seenplatte gelegenen Ort in seiner Erzählung „Rheinsberg – ein Bilderbuch für Verliebte“. Friedrich der Große verlebte hier seine glücklichste Zeit im Rokokoschloss am See. Sie haben Anschluss zum Havelradweg bis Potsdam und Brandenburg.
4. Tag: Der Stechlin und die junge Havel ca. 43 - 55 kmDurch die herrliche Wald- und Seenlandschaft des Ober-Havellandes radeln Sie zum Angerdorf Menz. Ganz in der Nähe spiegeln sich die dichten Wälder im größten Klarwassersee Norddeutschlands, der berühmte Große Stechlin. Entlang der Ufer des Wentower Sees führt die Route bis Marienthal zur eindrücklichen Tonstichlandschaft um Zehdenick. 55 kleine und größere Seen reihen sich acht Kilometer entlang der Havel und bilden eine einzigartige Wasserlandschaft mit unzähligen Bademöglichkeiten.
5. Tag: Das Ruppiner Land ca. 25 - 43 kmNun trägt die Havel ihr flaches und ruhiges Wasser in vielen Bögen durch das anmutige Ruppiner Land, das schon Theodor Fontane und Kurt Tucholsky zum Schwärmen brachte. Sie folgen dem Fluss bis Oranienburg und entdecken eines der schönsten Barockschlösser der Mark Brandenburg, Schloss Oranienburg. Ein besonderer Genuss für Blumen- und Gartenfreunde ist der Park am Schloss Oranienburg.
6. Tag: Preußens Glanz und Gloria ca. 61 kmSchon immer zog der romantische Zauber der Berliner Havelseen die Kurfürsten und Könige Preußens in ihren Bann. Verspielte Lustschlösser, wunderschöne Landschaftsparks und prachtvolle Residenzen wechseln in rascher Folge – eine Landschaft (UNESCO-Weltkulturerbe), die in Europa ihresgleichen sucht. Gleichzeitig schiebt sich die neuere Geschichte ins Bild. Die Havel folgt auf einem Teilstück dem Mauerradweg im Westen von Berlin. Eine Schifffahrt auf dem Wannsee und ein Besuch im Park Sanssouci runden den erlebnisreichen Tag ab.
7. Tag: Rund um den Schwielowsee ca. 33 kmMorgens ist Zeit für einen ausführlichen Bummel durch Potsdam. Die Gärten und Schlösser von Sanssouci, Schloss Charlottenhof, Babelsberg, das Holländische Viertel … es gibt unendlich viel zu entdecken. Dann radeln Sie am Ufer des Templiner Sees mit zauberhaften Ausblicken nach Caputh. Das kurfürstliche Jagdschloss mit dem Schlossgarten ist ein schöner Zwischenstopp auf Ihrem Weg rund um den Schwielowsee. Sie passieren die Künstlerkolonie Ferch am Südufer des Sees und erreichen Petzow. Besonders sehenswert ist die kleine Landkirche von Friedrich Schinkel, dem Stararchitekt der Hohenzollern. Dann radeln Sie nach Werder, seit Friedrich dem Großen das Zentrum des Obstbaus in der Mark Brandenburg.
8. Tag: Die Wiege der Mark Brandenburg ca. 44 kmMorgens bummeln Sie über die mittelalterlich anmutende Inselstadt. Dann folgen Sie der Havel, die sich als zusammenhängendes Seengebiet bis Brandenburg schlängelt. Die Sommerresidenz der Königin Luise, Schloss Paretz, lohnt einen Besuch, bevor Sie Brandenburg erreichen. Havel und Havelseen schließen die drei historischen Stadtkerne Altstadt, Neustadt und Dominsel komplett ein. Mit mehr als 1000 Jahren Geschichte ist der Ort eine Keimzelle Preußens. Übernachtung in Brandenburg.
9. Tag: Auf Wiedersehen im HavellandRückreise oder individuelle Verlängerung.